Das Thema Inklusion ist auch im Fußball immer präsenter - ganz speziell auch bei der JFG Bibertgrund. Die D1-Junioren des Fußballvereins aus dem Bezirk Mittelfranken unterstützen seit dieser Saison die Lebenshilfe Fürth, die sich für die Rechte und die Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Familien einsetzt. Das Logo der sozialen Einrichtung ziert seit dieser Spielzeit die Trikots der Jugendfußballer. Die Idee, der Lebenshilfe einen kostenlosen Logo-Platz anzubieten, kam von Trainer Bernd Benitez. Für den 42 Jahre alten Familienvater aus dem Landkreis Fürth sind Werte wie Respekt, Achtung und Fairness sehr wichtig – und das nicht nur im Sport, sondern auch im sozialen Miteinander. Im BFV-Interview erzählt der Jugendtrainer wie die Idee entstanden ist und was er sich davon erhofft.
Herr Benitez, wie kam Ihnen die Idee, die Lebenshilfe Fürth zu unterstützen?
Wir haben uns längere Zeit darüber Gedanken gemacht, uns neue Trikots zuzulegen. Wir wollten aber keine Versicherung oder ähnliches als Sponsor, sondern einen anderen Weg gehen. Uns war es wichtig, eine soziale Einrichtung zu unterstützen, die dafür aber keine finanziellen Mittel aufbringen muss. Zunächst waren verschiedene Werkstätten unser Ziel, wir sind dann über einen Kontakt auf die Lebenshilfe Fürth gestoßen, die sehr gut gepasst hat. Für den Logo-Platz auf unseren Trikots hat die Lebenshilfe selbst keinen einzigen Euro gezahlt, den Betrag haben wir komplett aus unserer Mannschaftskasse übernommen. Als nächsten Schritt wollen wir die Kindergruppen der Lebenshilfe zum Training einladen. Es wäre schön, wenn das funktioniert.
Hat der Verein schon zuvor die Lebenshilfe unterstützt?
Von Vereinsseite gab es zuvor keinen Kontakt und keine Unterstützung in irgendeiner Form für die Lebenshilfe. Wir haben uns sehr viele Gedanken gemacht, was in Frage kommt und was möglich ist, und haben die Aktion von Vereinsseite zum Glück genehmigt bekommen.
Wieso das Logo auf dem Trikot der D1-Junioren?
Wir sind eine JFG mit fünf Stammvereinen, bei den Herrenmannschaften waren alle Sponsorenplätze bereits belegt, außerdem wollten wir niemandem verpflichtet sein. Da wir sowieso neue Trikots in Aussicht hatten, haben wir uns gedacht, wir wollen den Logo-Platz für etwas Sinnvolles nutzen. Wir wollten auch die Kinder schon in jungem Fußballeralter für das Thema sensibilisieren. Das haben wir sehr gerne gemacht und würden es auch immer wieder tun.
Was erhoffen Sie sich von dieser Aktion?
Es wäre schön, wenn das Thema Inklusion im Fußball weiter an Bedeutung gewinnt, vielleicht finden wir ein paar Nachahmer. Auch wenn das nicht der Fall sein sollte, werden wir als Verein auf jeden Fall dabeibleiben. Ich denke auch schon ein wenig an die nächste Saison, da wollen wir diese Aktion definitiv wiederholen, eventuell mit einem anderen Partner. Insbesondere der Jugendfußball sollte sich weg von finanziellen Interessen hin zu sozialem Engagement, Chancengleichheit und Fairness entwickeln.
Wieso ist es Ihnen wichtig, die jungen Fußballer ihrer Mannschaft für das Thema Inklusion zu sensibilisieren?
Als wir die Kinder miteinbezogen haben, ging es nicht primär um Inklusion, wir haben vielmehr zusammen mit den Kindern nach einem sozialen Projekt gesucht, das regional ist und das wir unterstützen können. Die Lebenshilfe leistet einen tollen Beitrag, insbesondere für benachteiligte Kinder und Familien mit benachteiligten Kindern. Daher haben wir uns relativ schnell darauf geeinigt. Es freut uns wahnsinnig, das Vertrauen der Lebenshilfe bekommen zu haben und ihr Logo repräsentieren zu dürfen, insbesondere durch sportliche Fairness. Dieser Aufgabe sind wir uns bewusst und versuchen dies in jedem Training und Spiel zu leben.
Gab es seither Reaktionen seitens der Kinder, der Eltern oder dem Verein?
Einige Eltern haben in der WhatsApp-Gruppe sehr positiv darauf reagiert. Auch wenn das nicht das primäre Ziel ist, ist es schön zu wissen, dass Aktionen dieser Art positiv ankommen.