Weiter geht’s in Unterfranken: Nach dem Kreistag in Würzburg haben jetzt auch 124 Delegierte in der Frankoniahalle des Erlenbacher Ortsteils Mechenhard die Weichen für die Zukunft im Fußball-Kreis Aschaffenburg gestellt und einen Wechsel an der Spitze eingeläutet: Neuer Kreis-Vorsitzender ist Xaver Rodenhausen, der auf Adolf Weis folgt, der nicht mehr kandidiert hatte. Insgesamt stehen im Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm – in den nächsten beiden Tagen auch in Schweinfurt und der Rhön.
Im Fokus des Aschaffenburger Kreistags stand vor allem die Wahl der neuen Führungsmannschaft auf Kreisebene. In Mechenhard haben die Delegierten einen neuen Kreis-Vorsitzenden gewählt: Der bisherige Kreis-Jugendleiter Xaver Rodenhausen wurde einstimmig an die Spitze des Fußball-Kreises Aschaffenburg gewählt.
Der 37-Jährige tritt damit die Nachfolge von Adolf Weis (71) an, der nicht mehr kandidiert hatte und den BFV-Präsident Christoph Kern bei seinem Heimspiel – Kern stammt gebürtig vom Untermain und war Schiedsrichter für Kreistags-Ausrichter Frankonia Mechenhard – in der Frankoniahalle verabschiedete: „Lieber Adolf, Du hast den Fußball-Kreis Aschaffenburg über viele Jahre mit großem Einsatz, Verlässlichkeit und klarer Haltung geprägt.“ Weis hatte zwölf Jahre lang an der Spitze des Kreises gestanden.
Als Nachfolger von Xaver Rodenhausen votierten die Delegierten für Marcel Simon als neuer Kreis-Jugendleiter. In eine weitere Amtszeit gehen indes Markus Schürrer als Kreis-Spielleiter und Yvonne Söser als Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball. Nicolai Fleckenstein wurde von den Schiedsrichter-Gruppen als Nachfolger von Reinhold Greubel, den Christoph Kern ebenfalls persönlich für zwei Jahrzehnte an vorderster Stelle würdigte, als Kreis-Schiedsrichterobmann vorgeschlagen und jetzt auch von den Delegierten des Kreistags bestätigt. Kurt Leipold als Nachfolger von Reinhard Staab als Kreis-Sportgerichtsvorsitzender und Steffen Stegmann als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter sollen den Kreisausschuss schließlich komplettieren.
Entsprechende Berufungsvorschläge fassten die Delegierten jetzt in der Frankoniahalle und gehen im Nachgang des Kreistags an das BFV-Präsidium.
Bei „seinem“ Kreistag war – wie schon tags zuvor in Würzburg – auch BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in seiner Rede unter anderem den Stellenwert des Ehrenamts und das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs unterstrich, den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus resultierende Kinderfußball-Allianz thematisierte, aber auch auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einging.
„Wir haben in den vergangenen vier Jahren zahlreiche Initiativen gestartet, die zeigen, dass wir kampagnenfähig sind und gesellschaftliches Engagement leben. Mit ‚Bleibt’s entspannt am Spielfeldrand‘ für mehr Miteinander, Fair Play und Respekt und ‚Lasstsiespielen‘ für die Förderung des Mädchenfußballs erreichen wir nicht nur unsere Vereine, sondern sensibilisieren eine breite Öffentlichkeit für zentrale Themen des fußballerischen Alltags. Gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium haben wir zudem bayernweit ein starkes Zeichen für das Thema Organspende gesetzt – und damit für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wir haben bei unseren Organspende-Aktionsspieltagen in elf Tagen 739 Partien mit 1.400 Mannschaften und über 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauern begleitet und fast 100.000 Organspende-Ausweise verteilt. Damit haben wir unterstrichen: Wir als der Fußball in Bayern tragen Verantwortung.“
Bezirks-Vorsitzender und Vizepräsident Jürgen Pfau kündigte wie schon zuvor in Höchberg auch auf dem Aschaffenburger Kreistag in Mechenhard für die kommenden vier Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell vier unterfränkischen Fußball-Kreise an. „Kriterium ist die Zahl der Vereine mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen“, sagte Pfau. Mindestens 100 Klubs sieht die Satzung vor, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Während in Würzburg (132) und Schweinfurt (125) die Zahlen stabil sind, hat der Kreis Rhön die 100er-Marke bereits unterschritten (89), während es in Aschaffenburg aktuell 101 Mannschaften sind.
„Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung brauchen, ob zwei oder drei Kreise. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen. Wir werden das nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch, den Vertreterinnen und Vertretern unserer Vereine. Eure Beteiligung ist wichtig und nötig. Deshalb heute die erste Information, die ihr mitnehmen und in Euren Vereinen erörtern sollt“, sagte Pfau, der den Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028 ein außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin gemeinsam erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll. Mit einer Umsetzung wird ab der Saison 2030/31 geplant.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Im Rahmen des Kreistags bedankten sich Christoph Kern, Jürgen Pfaus sowie der scheidende Kreis-Vorsitzende Adolf Weis gleich bei mehreren Lebensrettern: Jonas Menges vom FC Kickers Kirchzell war im Spiel der Kreisklasse Aschaffenburg seinem Gegenspieler Simon Bachmann von der SG Eichelsbach/Sommerau zur Hilfe geeilt, nachdem dieser nach einem Zusammenprall bewusstlos auf dem Platz liegen geblieben war. „Ich habe ihm die Zunge rausgeholt, dann haben wir ihn in die stabile Seitenlage gelegt und er fand glücklicherweise relativ schnell wieder zu Bewusstsein“, erklärte der Kirchzeller Innenverteidiger seinerzeit nach dem Vorfall dem Main-Echo.
Ebenso wurden mehrere Ersthelfer, die Schiedsrichter Georg Hasenstab vor der Kreisliga-Partie des FC Unterafferbach gegen die SG Mensengesäß/Brücken zur Hilfe geeilt waren und den Unparteiischen mit einem Defibrillator wiederbelebt hatten. Der 55-jährige Referee war beim Aufwärmen vor dem Spiel kollabiert – Zuschauerin Jasmin Häußler, Giulio Fiordellisi (Trainer FC Unterafferbach), Michael Kraus (Spieler FC Unterafferbach), Marco Roth (Trainer SG Mensengesäß/Brücken) und Christoph Geis (Spieler SG Mensengesäß/Brücken) waren als Ersthelfer zur Stelle und leiteten sofort lebensrettende Maßnahmen ein. Steffen Müller (Vorsitzender FC Unterafferbach) hatte ebenfalls schnell reagiert und den Defibrillator zur Unfallstelle gebracht.
Alle Infos zum BFV-Wahljahr 2026 unter www.bfv.de/wahljahr