Mit drei Toren gegen seinen Ex-Verein VfB Eichstätt schießt Fabian Neumayer den SV Manching in die zweite Hauptrunde des Toto-Pokal-Wettbewerbs. Dreimal brachte der Stürmer des Pokal-Siegers aus dem Kreis Donau/Isar den Außenseiter in Führung, immer wieder antworteten die Eichstätter prompt, sodass die Entscheidung nach dem 3:3-Endstand (2:1) letztlich im Elfmeterschießen (8:6) fallen musste. Manching verwandelte alle fünf Strafstöße und steht damit dank ihres Dreifach-Torschützen Neumayer in der Runde der letzten 32, die an diesem Donnerstag live ab 17.30 Uhr auf dem YouTube-Kanal des BFV ausgelost wird.
Es war einer jener Abende, den der 25-jährige Neumayer so schnell nicht vergessen wird. „Besser hätte ich mir das vor der Partie nicht ausmalen können“, sagt der Mittelstürmer und schiebt mit einem Augenzwinkern hinterher: „Jetzt habe ich genauso viele Tore gegen Eichstätt erzielt wie dort in meinen drei Jahren beim VfB. Das ist eine lustige Geschichte.“ Dreimal brachte Neumayer die Manchinger gegen den Regionalliga-Absteiger in Führung, dreimal glichen die Eichstätter aus. „Es war ein offener Schlagabtausch. Im Endeffekt war das Unentschieden nach 90 Minuten gerecht. Am Ende ist im Elfmeterschießen auch immer etwas Glück dabei“, sagt der Angreifer mit VfB-Historie.
Neumayer, zwischen 2019 und 2022 beim VfB Eichstätt unter Vertrag, absolvierte für den Regionalliga-Absteiger insgesamt 66 Spiele. In der Saison 2021/22 kam er auf 35 Einsätze in der Regionalliga Bayern, ehe es ihn im August vergangenen Jahres zurück zum Kreisligaaufsteiger SV Menning zog. Bei seinem Heimatverein, für den er zuletzt in der Saison 2016 in 22 B-Klassen-Partien stolze 34 Tore erzielte, füllte der 1,85-Meter große Angreifer in der abgelaufenen Spielzeit die Rolle des spielenden Co-Trainers aus. Jetzt heuerte der gebürtige Oberbayer in Manching an. „Der Verein hat sich seit Jahren immer wieder um mich bemüht. Jetzt hat alles gepasst“, sagt er zu seiner Entscheidung.
Aber nicht nur für Neumayer war die Partie ein besonderes Derby. Neben ihm blickten fünf weitere Manchinger Spieler auf eine Vergangenheit im rund 40 Kilometer entfernten Eichstätt zurück. Sebastian Graßl, Reiner Meisinger und Ralf Schröder, die neben Neumayer gegen ihren ehemaligen Verein in der Startelf standen, sowie Linksverteidiger Luca Oehler und Innenverteidiger Maximilian Eberwein, die beide am Dienstagabend nicht im Kader waren, trugen einst das grün-weiße VfB-Trikot. Mit Ausnahme von Kapitän Meisinger – er bestritt zwischen 2014 und 2016 insgesamt 61 Spiele in der Bayernliga Süd für Eichstätt – können alle anderen Akteure aus dieser Reihe bereits Regionalliga-Erfahrung vorweisen. Damit sind sie beim SVM wahrlich in guter Gesellschaft: Denn mit Stefan Müller (zuletzt TSV Rain/Lech) und Marcel Posselt (ehemals FC Ingolstadt II) bringen zwei weitere Neuzugänge ebenfalls reichlich Regionalliga-Expertise mit.
Keine Frage: Mit einem runderneuerten Kader unterstreicht der Bezirksligist SV Manching seine sportlichen Ambitionen. Insgesamt zwölf Abgängen stehen ebenso viele Zugänge gegenüber, darunter sieben Akteure mit mehrjähriger Regionalliga- und Bayernliga-Erfahrung. Die abgeschlossenen Kaderplanungen zeigen, dass die Verantwortlichen indes vom lange praktizierten Manchinger Weg abgekehrt sind, ausschließlich auf regionale Talente und eigene Jugendspieler zu setzen. Der Verein will nun verstärkt auf externe, routinierte Neuzugänge bauen. Denn nach einer enttäuschenden Vorsaison mit Platz sechs soll nun unter Leitung des neuen Cheftrainers Serkan Demir (zuletzt Fatih Ingolstadt) der Aufstieg in die Landesliga gelingen. „Wir machen keinen Hehl daraus. Wir wollen mit diesem Kader ganz vorne mitspielen“, betont Cenker Oguz, Vorstand Sport beim SVM.
Wie das funktionieren kann, stellten die Manchinger jetzt schon eindrucksvoll in der ersten Toto-Pokal-Hauptrunde unter Beweis. Mit dem Achtungserfolg im Derby gegen den VfB Eichstätt bestätigte der Bezirksligist seine Ambitionen. „Die Mannschaft ist qualitativ, aber auch kameradschaftlich herausragend. Ich habe immer gedacht, dass ich den Teamspirit wie damals in Eichstätt nirgendswo anders mehr erleben werden. In Manching sind wir noch enger zusammengewachsen“, betont Neumayer, der sich eine Rückkehr in den höherklassigen Amateurfußball allerdings nicht mehr vorstellen kann. Stattdessen hofft der Torjäger auf seinen Wunschgegner in der zweiten Hauptrunde, die an diesem Donnerstag (17.30 Uhr, BFV-YouTube-Kanal) im „Haus des Fußballs“ ausgelost wird. „Ich wünsche mir das große Los TSV 1860 München. Jeder von uns hätte richtig Bock, mal gegen die Löwen zu spielen“, sagt Neumayer. Manching aber muss auf Fortuna setzen, denn neben dem SVM haben mit dem FC Schwabing München, dem TSV Langquaid, dem TSV Aindling und der DJK Hain vier weitere Kreis-Pokalsieger mit Überraschungserfolgen die zweite Runde erreicht. Alle fünf befinden sich an diesem Donnerstag in einem Lostopf, der Ziehungsreihe nach dürfen sie sich dann ihren Kontrahenten aussuchen.
Dass Neumayer, der sich oftmals in den Dienst der Mannschaft stellt, einer der tragenden Kräfte beim ambitionierten SV Manching werden kann, unterstreicht auch SVM-Vorstand Oguz. „Er ist ein Vollblutstürmer, ein richtiger Neuner, wie ihn sich jeder wünscht“, betont der 37 Jahre alte Vereinsverantwortliche, der nach dem Dreierpack viel Lob für den Mittelstürmer übrighat. „Er ist schnell, abschlussstark und körperlich robust. Wie wichtig er für uns ist, haben wir gegen Eichstätt eindrucksvoll sehen können.“
Zeit, um den Einzug in die zweite Hauptrunde des Toto-Pokal-Wettbewerbs zu feiern, haben die Manchinger indes nicht. „Wir haben es uns am Abend gutgehen lassen, aber jetzt liegt der Fokus bereits auf Freitag. Da startet der SVM in die Punktspielrunde, nachdem die Auftaktpartie gegen den SC Grüne Heide Ismaning am vergangenen Wochenende wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt worden war. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Manchinger den Schwung aus der ersten Toto-Pokal-Hauptrunde auch mit in die Liga nehmen können.