Gegen Rechtsextremismus und für Respekt und Toleranz: Die Spielführerinnen aller teilnehmenden Teams haben im Rahmen der JOBRAD® Bayerischen Hallenmeisterschaft der Frauen in Erlangen gemeinsam mit BFV-Präsident Christoph Kern, BFV-Vizepräsidentin Silke Raml, dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, Sandra Hofmann (Vorsitzendes des Verbands-Frauen- und Mädchenausschusses) sowie den Schiedsrichterinnen ein starkes Zeichen gesetzt. Nina Kühnl vom Ausrichterverein SpVgg 04 Erlangen erinnerte in ihrer Durchsage stellvertretend für alle Beteiligten in der Halle daran, dass auch in unserer modernen Gesellschaft Diskriminierung und rechte Gewalt bis heute nicht verschwunden sind.
„Auch heute sind Rassismus, Diskriminierung und Hass weiterhin Realität. Weltweit herrschen Kriege, und auch in Deutschland gewinnen intolerante und rechtsextreme Stimmen wieder an Einfluss. Dem können wir nur begegnen, wenn die schweigende Mehrheit aufsteht und sich für Respekt, Menschlichkeit und eine offene Gesellschaft einsetzt – Verantwortung dafür trägt jede und jeder Einzelne“, sagte Kühnl.
„Das ist eine starke Aktion des Bayerischen Fußball-Verbandes, der sich hier ebenso wie die Spielerinnen und die Schiedsrichterinnen ganz klar positioniert – und es ist wichtig, solch Rahmen zu nutzen, denn es braucht gerade junge Menschen, die den Mund aufmachen und sich gegen jedwede Art von Anfeindung und Ausgrenzung wehren“, sagte Joachim Herrmann, der seinen Besuch der Gerd-Lohwasser-Halle in seinem heimischen Stimmkreis zugleich für einen Austausch mit Christoph Kern und Silke Raml nutzte: „Wir sind sehr dankbar, dass sich unser Sportminister die Zeit genommen hat und hier bei seinem Heimspiel nicht nur die Frauen der SpVgg unterstützt, sondern mit uns zusammen ein Statement gesetzt hat!“, betonte Christoph Kern: „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für uns als Verband, aber insbesondere eine Anerkennung, dass wir Fußballerinnen und Fußballer gesellschaftlichen Negativ-Entwicklungen entschlossen entgegentreten. Das geht nur gemeinsam!“
Mit Blick auf den 27. Januar, dem 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee, ruft der Bayerische Fußball-Verband (BFV) seine Vereine erneut dazu auf, sich rund um dieses geschichtsträchtige Datum klar zu positionieren – jenen Tag, an dem der Welt in aller Deutlichkeit bewusst wurde, welches Ausmaß der rassistische Hass und die Verfolgung Andersdenkender durch das nationalsozialistische Regime sowie dessen Unterstützerinnen und Unterstützer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angenommen hatte. Millionen Menschen wurden aufgrund ihrer Nationalität, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder schlicht deshalb, weil sie sich den politischen und gesellschaftlichen Zielen der NS-Führung widersetzten, ermordet. Dieses Menschheitsverbrechen markiert eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte – und darf sich niemals wiederholen.