Abschluss der Bezirkstage 2026 des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV): Als letzter der sieben Fußball-Bezirke hat Mittelfranken seinen Bezirkstag in Schwabach abgehalten! Dabei haben 171 Delegierten im Markgrafensaal in Schwabach sowohl die personellen als auch die inhaltlichen Weichen für die Zukunft im mittelfränkischen Amateurfußball gestellt. Uwe Mauckner (61) aus Rednitzhembach wurde dabei in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. Im BFV-Wahljahr steht am 8. und 9. Mai noch der Ordentliche Verbandstag auf dem Programm.
Im Mittelpunkt des mittelfränkischen Bezirkstags stand insbesondere die Wahl des Führungsteams: In Schwabach ist der aktuelle Bezirks-Vorsitzende Uwe Mauckner mit großer Mehrheit und lediglich elf Gegenstimmen für weitere vier Jahre gewählt worden. Für Mauckner, der den Bezirk seit März 2023 leitet, ist es die erste Wiederwahl als Bezirks-Vorsitzender.
Wie Mauckner bekamen auch Ellen Bauerschmitt (44, Pegnitz) als Vorsitzende des Bezirks-Frauen- und Mädchenausschusses, Thomas Zankl (55, Altdorf bei Nürnberg) als Bezirks-Jugendleiter und Nina Kühnl (24, Erlangen) als U30-Bezirks-Vertreterin das Vertrauen der Delegierten für die Fortsetzung ihrer Amtsgeschäfte ausgesprochen. Als Nachfolger von Felix Böck ist Michael Tittmann (54, Altdorf bei Nürnberg) zum neuen Bezirks-Spielleiter gewählt worden. Tittmann war Anfang Februar auf dem Kreistag Neumarkt/Jura in Roth als Kreis-Vorsitzender bestätigt worden, wird das Amt aber durch seine Wahl auf Bezirksebene in neue Hände geben.
Alter und neuer Bezirks-Schiedsrichterobmann ist indes Siegmar Seiferlein (69, Nürnberg). Thorsten Vasel (45, Fürth) soll dem BFV-Präsidium erneut als Vorsitzender des Bezirks-Sportgerichts vorgeschlagen werden. Die Position des Bezirks-Ehrenamtskoordinators oder der Bezirks-Ehrenamtskoordinatorin bleibt zunächst unbesetzt.
Beim Bezirkstag im Markgrafensaal in Schwabach war – ebenso wie schon zuvor an allen Kreis- und Bezirkstagen – auch BFV-Präsident Christoph Kern dabei. Zum Abschluss seiner Rede mit vielen aktuellen Themen aus dem bayerischen Amateurfußball ging er auf die im vergangenen Jahr geschlossene Kinderfußball-Allianz ein. „Ein letzter, für mich sehr wichtiger Punkt für heute, ist es, nochmals auf unsere Allianz mit den bayerischen Profiklubs im Bereich der Kindertrainer-Zertifikate einzugehen, die ich auf den Kreistagen schon vorgestellt habe – ein nie dagewesener Schulterschluss zwischen dem Bayerischen Fußball-Verband, unserer Sozialstiftung und unseren bayerischen Profivereinen. Die kostenfreien Ausbildungen für unsere Kindertrainerinnen und Kindertrainer werden bereits hervorragend angenommen und sie werden die Nachwuchsarbeit nachhaltig und langfristig positiv beeinflussen. Davon profitieren wir alle – vom kleinen Dorfverein bis zum Spitzenklub. Die Kinderfußball-Allianz steht somit nicht nur für zukunftsorientierte Qualifizierung und verantwortungsvolle Talentförderung, sondern auch dafür, dass in unserer vielfältigen Fußballfamilie alle gemeinsam an einem Strang ziehen und Verantwortung füreinander übernehmen.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bezirkstags waren wie auch schon zuvor bei den Kreistagen aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es bei den Bezirkstagen um zwei Themen:
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Darüber hinaus hatten sich die Delegierten beim Bezirkstag mit drei Vereinsanträgen auseinanderzusetzen, die zuvor bei den Kreistagen Nürnberg/Frankenhöhe und Erlangen/Pegnitzgrund von den Delegierten angenommen und somit an den Bezirkstag weiterverwiesen wurden.
Der SV Segringen hatte beim Kreistag Nürnberg/Frankenhöhe einen Antrag auf eine Erweiterung des Aufstiegsrechts für Spielgemeinschaften in die Bezirksliga gestellt. Der Antrag wurde von den Delegierten des Bezirkstags mit knapper Mehrheit von 68:62 Stimmen (bei 20 Enthaltungen) angenommen.
Über den Kreistag Erlangen/Pegnitzgrund waren zwei Vereinsanträge eingebracht worden: Der Antrag des SC Eckenhaid sieht eine Anpassung des § 55 der Spielordnung vor und zielt darauf ab, die Zahl der Absteiger einer Liga auf Kreisebene auf maximal vier Vereine zu begrenzen. Dabei waren bei der Abstimmung auf dem Kreistag nicht alle vier Absätze des betreffenden Paragrafen vorgestellt und besprochen worden, sondern nur zwei, so dass sich BFV-Präsident Christoph Kern jetzt zusammen mit Antragsteller Martin Rauh (SC Eckenhaid) darauf einigte, die inhaltlichen Fragen der Änderung fortan gemeinsam auf Arbeitsebene zu diskutieren und eine Lösung im Sinne der Sache zu finden. Deshalb lehnten die Delegierten den Antrag formal auch mit überragender Mehrheit bei nur einer Gegenstimme und acht Enthaltungen ab.
Darüber hinaus nahmen die Delegierten des Bezirkstags den Antrag der (SG) TSV 1891 Frauenaurach/ASV Möhrendorf bei 29 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen an. Darin fordert die Spielgemeinschaft eine Änderung der Spielordnung des Bayerischen Fußball-Verbandes zur Zulassung von Spielgemeinschaften im Frauen- und Mädchenfußball bis einschließlich der Bezirksoberliga.
Die beiden angenommenen Anträge werden nun beim Verbandstag im Mai behandelt.
Ein emotionaler Höhepunkt des Bezirkstags war die Scheckübergabe der BFV-Sozialstiftung durch BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der auch Vorsitzender des Stiftungsvorstands ist, und BFV-Vizepräsidentin Silke Raml als seine Stellvertreterin zusammen mit Uwe Mauckner an die Familie Tabak in Höhe von 4.200 Euro: Der sechsjährige Sohn Yekta von Irfan Tabak, Schiedsrichter der Schiedsrichtergruppe Erlangen, leidet an frühkindlichem Autismus und ist aufgrund seiner Erkrankung dauerhaft auf intensive Betreuung angewiesen. Eine der wenigen Freizeitaktivitäten, die Yekta große Freude bereiten und ihm Entspannung sowie Bewegung ermöglichen, ist das Fahrradfahren. Um ihm weiterhin diese wichtige Form der Teilhabe und gemeinsame Familienaktivitäten zu ermöglichen, ist die Anschaffung eines speziellen Tandemfahrrads vorgesehen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 7.600 Euro und stellen für die Familie eine erhebliche finanzielle Belastung dar, da eine Kostenübernahme durch andere Stellen bislang nicht erfolgt ist. Mit Unterstützung der BFV-Sozialstiftung wird es nun möglich sein, Yektas großen Wunsch zu erfüllen. Stellvertretend für die Familie nahm Manfred Kettler von Schiedsrichtergruppe Erlangen den Scheck entgegen.