Der 27. Ordentliche Verbandstag 2026 des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), der in diesem Jahr unter dem Motto „Wir sind der Fußball in Bayern“ steht, ist offiziell eröffnet.
BFV-Präsident Christoph Kern begrüßte in Bad Gögging die rund 400 Delegierten und Ehrengäste – darunter Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Ronny Zimmermann (1. DFB-Vizepräsident für Amateurfußball und Angelegenheiten der Regional- und Landesverbände), Silke Sinning (DFB-Vizepräsidentin für Bildung, Gesundheit und Safe Sport), BLSV-Präsident Jörg Ammon, Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm, Weltschiedsrichter Felix Brych, Bianca Rech (Direktorin Frauen-Fußball beim FC Bayern München), Michael Ströll (Geschäftsführer FC Augsburg) und mit Thomas Hinrichs den Programmdirektor des Bayerischen Rundfunks (BR).
„Mit über 1,8 Millionen Mitgliedern hat der Bayerische Fußball-Verband ein neues Allzeithoch erreicht. Etwa jeder siebte Einwohner Bayerns ist damit in einem unserer 4500 Fußballvereine aktiv. Das ist ein gewaltiger Vertrauensbeweis. Er verpflichtet uns aber auch, den Fußball in Bayern nicht nur zu verwalten, sondern ihn mutig und modern zu gestalten. Dieser Verbandstag gehört Ihnen, liebe Delegierte, als Vertreterinnen und Vertreter unserer Vereine in ganz Bayern. Sie sind die Stimme von mehr als 1,8 Millionen Menschen, die Woche für Woche auf unseren Plätzen trainieren, spielen, betreuen und organisieren. Nutzen Sie diese zwei Tage für offene Diskussionen, für klare Beschlüsse und für den Austausch, den es braucht, um gemeinsam weiterzukommen“, erklärte BFV-Präsident Christoph Kern in seiner Eröffnungsrede.
„Der Fußball ist mit weitem Abstand die wichtigste Sportart in Bayern – und wir sind stolz darauf, dass wir ein Fußballland sind. Keine andere Sportart wird von so vielen Menschen gelebt, jeden Tag und überall im Land. Mit seinen rund 4500 Mitgliedsvereinen und 1,8 Millionen Mitgliedern leistet der Bayerische Fußball-Verband einen unglaublich wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Fußball verbindet Generationen, überbrückt soziale Grenzen und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Diese integrative Kraft ist von unschätzbarem Wert“, erklärte Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann.
„Der Amateurfußball ist das Fundament des deutschen Fußballs – und eine zutiefst demokratische Bewegung. Unsere Vereine sind Orte der Mitbestimmung, für Gemeinschaft und Vielfalt, des Zusammenhalts und des ehrenamtlichen Engagements. Unsere Vereine sind unverzichtbar für unser Gemeinwesen: weil starke Vereine unsere Demokratie stärken. Als Motor für Gesundheit und Prävention muss der Fußball einen noch größeren Stellenwert in Politik und Gesellschaft bekommen“, erklärte DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
„Seit dem Amtsantritt von Christoph Kern im Jahr 2022 erleben wir die Zusammenarbeit zwischen dem BFV und dem BLSV auf eine Art und Weise, die ich persönlich sehr schätze – offen, vertrauensvoll, lösungsorientiert und immer getragen von dem gemeinsamen Anspruch, den organisierten Sport in Bayern insgesamt weiter nach vorne zu bringen. Man spürt auf allen Ebenen dieses Verbandes, dass hier jemand an der Spitze steht, der nicht nur verwaltet, sondern gestaltet. Der Brücken baut, wo Interessen zusammengeführt werden müssen. Und der weiß, dass erfolgreicher Sport heute mehr denn je von Partnerschaft, Vertrauen und gegenseitigem Respekt lebt“, erklärte BLSV-Präsident Jörg Ammon.
Der Freitag stand dabei ganz im Zeichen der Vielfalt des Fußballs. Weltschiedsrichter Felix Brych wurde in Bad Gögging als neuer Vorsitzender des Vorstandes der BFV-Sozialstiftung vorgestellt. Der 50 Jahre alte Münchner tritt damit offiziell die Nachfolge von Manfred Heim an, der zum Jahresende 2025 seinen Rücktritt erklärt hatte.
Gemeinsam mit BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der von Ende 2025 bis zum jetzigen Verbandstag kommissarisch den Vorsitz des Stiftungsvorstands übernommen hatte und jetzt in seine bisherige Rolle als Stellvertreter zurückkehrt, übergab Brych einen Scheck in Höhe von 7000 Euro zur Unterstützung von Schiedsrichter Christian Jäger an Matthias Prantl, Obmann der Schiedsrichtergruppe Kelheim-Mallersdorf. Jäger hatte im März 2025 nach einer schweren Erkrankung beide Beine verloren und war mehrere Monate im Koma gelegen.
In einer Talkrunde mit BR-Reporter Lukas Schönmüller, der als Moderator durch das Programm führte, zogen BFV-Präsident Christoph Kern, Bianca Rech (Direktorin Frauenfußball beim FC Bayern München) und Michael Ströll (Geschäftsführer FC Augsburg) eine erste positive Bilanz zur 2025 ins Leben gerufenen bayerischen Kinderfußball-Allianz. Gemeinsam mit den acht bayerischen Profiklubs FC Bayern München, FC Augsburg, 1. FC Nürnberg, SpVgg Greuther Fürth, SSV Jahn Regensburg, FC Ingolstadt 04, TSV 1860 München und 1. FC Schweinfurt 05 sowie seiner Sozialstiftung finanziert der BFV in den kommenden vier Jahren die Ausbildung von bis zu 5000 neuen Kindertrainerinnen und -trainern. Allein in den ersten fünf Monaten bildete der BFV bereits 1000 neue Coaches aus.
Zudem kürte der BFV gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk den Gewinner des „Bayern-Treffers der Saison“ 2025/26. Den silbernen Siegerpokal überreichten BFV-Präsident Christoph Kern und BR-Programmdirektor Thomas Hinrichs auf der Bühne in Bad Gögging an Vinzenz Reiter. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler des WSV Aschau hatte sich mit seinem Dropkick-Hammer aus der eigenen Hälfte im Freundschaftsspiel gegen den TuS Engelsberg beim Online-Voting mit 30,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen André Robl (ASV Zirndorf, 24,0 Prozent) und Theresa Frank (DJK SV Geratskirchen, 18,9 Prozent) sowie vier weitere Konkurrenten durchgesetzt.
Gleichzeitig verriet Thomas Hinrichs, dass BR24Sport auch in der Spielzeit 2026/27 Heimat der Regionalliga Bayern bleiben wird. Wie bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten ist dann an jedem Spieltag jeweils das Top-Spiel im Digitalangebot des Bayerischen Rundfunks (BR) im Livestream zu sehen, der unter BR24Sport im Web, über die BR24-App sowie in der ARD Mediathek abrufbar ist. In der Saison 2024/25 erreichte die Regionalliga Bayern allein in den digitalen und linearen Angeboten des Bayerischen Rundfunks mehr als 5,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer – in der jetzt zu Ende gehenden Spielzeit wird ein nochmaliges Wachstum erwartet.
Zudem stellte BFV-Vizepräsident Robert Schraudner den Leitantrag „BFV 2030“ vor, der die zentralen Herausforderungen benennt, denen sich Verband und Vereine gegenübersehen, und die wesentlichen Handlungsfelder für die kommenden vier Jahre definiert – und am Samstag von den Delegierten des Verbandstags verabschiedet werden soll.
Zum Abschluss des ersten Tages wurden in Bad Gögging Reinhold Baier (von 2007 bis 2026 Vizepräsident), Josef Janker (von 2010 bis 2026 Verbands-Spielleiter), Dieter Habermann (von 2016 bis 2023 Bezirksvorsitzender Mittelfranken und von 2014 bis 2018 Verbands-Ehrenamtsreferent) sowie Oskar Riedmeyer (von 2004 bis 2024 Sportgerichtsvorsitzender) zu neuen BFV-Ehrenmitgliedern ernannt. Verabschiedet wurden in Bad Gögging zudem Florian Weißmann (von 2018 bis 2026 Verbands-Jugendleiter) und Emanuel Beierlein (von 2024 bis 2026 Vorsitzender Verbands-Sportgericht), die mit dem Verbandstag aus dem Vorstand ausgeschieden sind (Alle Infos).
Am Samstag wird der BFV-Verbandstag ab 9 Uhr mit dem Bericht des Präsidenten fortgesetzt. Im Anschluss wird BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher neben seinem Finanzbericht auch eine abschließende Bilanz zum BFV-Neubauprojekt „Brienner Gärten“ präsentieren. Die folgende Plenarsitzung steht ganz im Zeichen von Wahlen sowie Änderungen von Satzung und Ordnungen. Zudem stimmen die Delegierten über mögliche Änderungen im Spielbetrieb ab.
Alle Informationen zum Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gibt es unter www.bfv.de/verbandstag und in unserem Liveblog.