Während der Münchner Oskar Riedmeyer weiter an der Spitze des Bundesgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht, blieb der stellvertretenden Präsidentin des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) Silke Raml der Sprung ins DFB-Präsidium bei der Wahl am 45. Ordentlichen DFB-Bundestag denkbar knapp verwehrt.
„Es geht nicht um Herkunft, Größe oder ein etwaiges Selbstverständnis. Es geht um den Fußball“, hatte Silke Raml bei ihrer Vorstellung vor den Delegierten gesagt: „Es geht mir darum, die Sprache derer zu sprechen, für die wir da sein sollten – die Jungs und Mädels, die Frauen und Männer, eben alle, die auf unseren Plätzen Fußball spielen. Und die Freude daran haben. Für diese Menschen gilt es, Entscheidungen zu treffen, ihren Spaß am Fußball weiter zu fördern. Dass sie sich mit voller Kraft in unseren Vereinen einbringen, sich so für die Gemeinschaft in unserem Land stark machen. Der Fußball kann das – und diese Kraft möchte ich weiter entfalten.“
Die 50 Jahre alte Straubingerin war auf Vorschlag des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) für die Kandidatur als DFB-Vizepräsidentin nominiert worden. Die bisherige Amtsinhaberin Silke Sinning aus Hessen war von ihrem Landesverband ins Rennen geschickt worden und setzte sich letztlich bei drei Enthaltungen mit 124 Stimmen (51,6 Prozent) durch, während auf Silke Raml 113 Stimmen (47,08 Prozent) entfielen. „Herzlichen Glückwunsch an Silke Sinning“, gratulierte Raml mit Bekanntgabe des Ergebnisses der neuen und alten DFB-Vize-Präsidentin: „Das war eng, sehr eng. Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich wusste, auf was ich mich mit der Kandidatur einlasse, wenn auch die Amtsinhaberin antritt.“
Einstimmig votierten die Delegierten für den früheren Vorsitzenden des BFV-Verbands-Sportgerichts Oskar Riedmeyer: Der Jurist aus München wird damit weiterhin das Amt des Vorsitzenden des DFB-Bundesgerichts ausüben, das er seit September 2024 kommissarisch geführt hatte.
Im Anschluss an den Bundestag traf sich das neu gewählte DFB-Präsidium zu seiner konstituierenden Sitzung und berief weitere Ausschussmitglieder. Darunter sind aus Bayern: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (Mitglied im Spielausschuss), die Vorsitzende des BFV-Frauen- und Mädchenausschusses Sandra Hofmann (Mitglied im Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball), BFV-Verbandsanwalt Fritz Reisinger (München, Mitglied für die 3. Liga im DFB-Bundesgericht), VSG-Vorsitzender Emanuel Beierlein (Mitglied im Kontrollausschuss), VSG-Mitglied Ariane Krause (Mitglied für Frauenfußball im DFB-Bundesgericht), VSG-Mitglied Oliver Lieb (Mitglied im DFB-Sportgericht), Walter Moritz (Mitglied im Schiedsrichter-Ausschuss, Mitglied im DFB-Sportgericht) sowie Gisela Raml (Mitglied des DFB-Sportgerichts für Frauenfußball-Angelegenheiten).
Die Delegierten des DFB-Bundesjugendtags hatten BFV-Vize-Präsident Jürgen Pfau bereits das Vertrauen ausgesprochen und ihn als Mitglied des DFB-Jugendausschusses gewählt. Auch Patrick Richnow (Jugend-Beisitzer für das DFB-Sportgericht) und Tina Lechner (Beauftragte des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball im DFB-Jugendausschuss) wurden am Bundesjugendtag gewählt und wurden nun durch das Präsidium berufen.
Schon am Vorabend der Plenarsitzung hatte der Deutsche Fußball-Bund auf seinem Campus verdiente Persönlichkeiten geehrt: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und der frühere niederbayerische Bezirks-Sportgerichtsvorsitzende Anton Nachreiner wurden von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und der scheidenden Generalsekretärin Heike Ullrich mit der goldenen DFB-Ehrennadel ausgezeichnet.