Unterfrankens Vereine haben im Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) die Weichen für die kommenden vier Jahre in alle Kreisen gestellt: Nach Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt ging jetzt der Kreistag Rhön in der Wollbacher Mehrzweckhalle als vierter und letzter im Bezirk über die Bühne. In der Rhön haben die 129 Delegierten den bisherigen Kreis-Jugendleiter Thomas Kirchner einstimmig als Nachfolger von Rainer Lochmüller zum neuen Kreis-Vorsitzenden gewählt. Insgesamt stehen im Wahljahr 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. Für die gewählten Delegierten aus den vier Kreisen geht es am 7. März 2026 in Veitshöchheim mit dem Bezirkstag weiter.
Im Fokus des Kreistags stand vor allem die Wahl der neuen Führungsmannschaft im Norden Unterfrankens. In Wollbach ist der bisherige Kreis-Jugendleiter Thomas Kirchner aus Oberthulba (45) einstimmig zum neuen Kreis-Vorsitzenden gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Rainer Lochmüller an, der nach zehn Jahren an der Kreis-Spitze nicht mehr angetreten war, dem Kreis-Ausschuss aber als neuer Kreis-Ehrenamtsbeauftragter erhalten bleiben soll. Lochmüller wird dem BFV-Präsidium zusammen mit dem ebenfalls neuen Kreis-Sportgerichtsvorsitzenden Norbert Kessler im Nachgang zur Berufung vorgeschlagen. Der amtierende Kreissportgerichts-Vorsitzende Manfred Schneider wird allerdings noch bis Ende der laufenden Saison im Amt bleiben.
Kirchners Platz als Kreis-Jugendleiter übernimmt künftig Michael Moritz. Ebenfalls neu in den Kreis-Ausschuss gewählt wurde Janine Schoch. Sie tritt als Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball die Nachfolge von Ruth Müller an. Einzig André Nagelsmann wird dem neuen Kreis-Ausschuss in bekannter Funktion angehören. Der 49 Jahre alte Kreis-Spielleiter aus Bad Brückenau übt das Amt bereits seit 2016 aus und ist nun zum dritten Mal in dieser Funktion vom Kreistag Rhön bestätigt worden.
Zudem ist Harald Schreiber erneut von den Schiedsrichtergruppen zum Kreis-Schiedsrichterobmann gewählt worden und wurde jetzt auch von den Delegierten des Kreistags Rhön bestätigt.
Beim Kreistag in Wollbach war – wie schon an den Tagen zuvor bei den drei vorangegangenen unterfränkischen Kreistagen – auch BFV-Präsident Christoph Kern wieder vor Ort, der in seiner Rede unter anderem den Stellenwert des Ehrenamts und das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs hervorhob, den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus resultierende Kinderfußball-Allianz thematisierte, aber auch auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einging.
„Die flächendeckende Einführung der ‚Ganztagsschule‘ wird uns in den nächsten Jahren mehr denn je beschäftigen – in den Ballungszentren besonders, aber auch im ländlichen Bereich. Wir glauben dabei sehr an die Chance, nicht ans Scheitern. Unsere AG Grundsatzfragen, in der Vereine und Verband gemeinsam schwierige Aufgabenstellungen zusammen angehen, hat dieses Thema aufgegriffen. Die klare Botschaft ist: Unser Fußball muss mit auf den Stundenplan der Ganztagsbetreuung! Denn so sichern wir unsere Zukunft. Wenn der Fußball in der Schule Spaß bereitet, ist der Weg in den Verein, in euren Verein geebnet!“
Bezirks-Vorsitzender und Vizepräsident Jürgen Pfau kündigte jetzt auch in Wollbach für die kommenden vier Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell vier unterfränkischen Fußball-Kreise an. „Kriterium ist die Zahl der Vereine mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen“, sagte Pfau. Mindestens 100 Klubs sieht die Satzung vor, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Während in Würzburg (132) und Schweinfurt (125) die Zahlen stabil sind, hat der Kreis Rhön die 100er-Marke bereits unterschritten (89), in Aschaffenburg sind es aktuell 101 Vereine.
„Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung brauchen, ob nun mit zwei oder drei Kreisen. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen. Wir werden das nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch, den Vertreterinnen und Vertretern unserer Vereine. Eure Beteiligung ist wichtig und nötig. Deshalb heute die erste Information, die Ihr mitnehmen und in Euren Vereinen erörtern sollt“, sagte Pfau, der den Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028 zunächst ein Außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin gemeinsam erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll. Mit einer Umsetzung wird ab der Saison 2030/31 geplant.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern.
In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Alle Infos zum BFV-Wahljahr 2026 unter www.bfv.de/wahljahr